Blick aus meinem Fenster
ein ende in mir

Die Tage werden kürzer und auch das Funkeln in deinen Augen lässt nach. Ich schlendere mit dir im Park umher, pflücke Brombeeren, von denen du mir erklärst, dass sie giftig seien. Du nimmst meine Hand und drückst sie fest und ich mag das Gefühl von Kontrolle und Hilflosigkeit, dass du in mir auslöst. Bald wird es Herbst und der Winter naht schon, um sein klirrendes Gewand um uns zu schwingen und ich frage mich nichts, denn ich weiß, dass du mich nicht wärmen wirst. Noch einmal die müden Lippen öffnen, noch einmal die mürbe Haut küssen, noch einmal die drei Worte sagen, noch einmal das Licht löschen und einem Zauber nachtasten, den es nie zwischen uns gegeben hat. "Noch nicht" sage ich im Stillen zu mir und es fühlt sich an wie das Amen im Gebet. Es ist der Schlussteil, der in mir kauert, die Tatsache des Hierseins und nicht dort, wo es vielleicht besser sein könnte. Aber wir fragen nicht. Und wozu reden, wenn es nichts zu sagen gibt, das man mit Wörtern beschreiben könnte? Du legst deinen Arm um mich und ich sacke ein wenig unter dem Druck zusammen, ich fühle mich schwer unter deiner Last und behütet wie ein Kind. Mein Herz liegt in deinen Armen, auch wenn es dir nie gehört hat; wenn du sie um mich schlingst, werde ich in deinen Sog geschluckt, bin die Fliege in deinem Netz, bloß zapple ich nicht, weil ich nicht entkommen kann. Du ruhst dich darin aus, hast ein Zuhause, ich bin bei dir, warm gehalten, noch - aber heimatlos. Dein Arm lastet auf meiner Schulter; zäher, warmer Blei. Du beschützt mich und tust mir weh. Die Tage werden kürzer. Es wird Winter. Ich sterbe. Du spürst es nicht.
21.11.07 18:56
 


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