Blick aus meinem Fenster
gehigh-lighted

immer diese worthülsen spuck spuck ich breche dir buntboshafte buchstabentinte vor die füße bin bang bang fang meine traumtäler an ihren bergzipfeln an die wäscheleine häng häng mich in deinen untertassenufohelm lass ich dich ran ran an meine vorhangswimpern bin bin dir zierlichzaudernd in deine unsinnskrawatte gestolpert rutsch rutsch in deine seidenbeharrte sockensinfonie und schluck schluck deine sorgensäfte edelerpicht deine mandarinenmandelmeere mehr mehr von deinen großgefolterten gummibärgräsern gib gib mir noch einen terrorteekuss deiner pfeffeminzpfütze mit auf meinen wimmerwahnweg nach holperhause ohne primelpinkelpause.
21.11.07 20:24


graugeblümtes schaf

heute habe ich mir mein rechtes knie kaputtgetanzt bin mit dem linken auge in erinnerungen klebengeblieben - niemand hat mich herausgerissen habe die gleichen wunden worte ausgeschissen zum aberzehntausendsten mal habe ich die qual meines seins in endlosschleife auf der lippe zerbersten lassen bis mehlmilchiger schaum meine seele totkitzelte ich traumatisiert meine träume auffraß mich klumpig und klebrig wie harz wünschte - da weinte mich die erkenntnis die mich tosend traf ich wäre wenn ich es wäre so gerne ein graugeblümtes schaf!
21.11.07 19:56


ein ende in mir

Die Tage werden kürzer und auch das Funkeln in deinen Augen lässt nach. Ich schlendere mit dir im Park umher, pflücke Brombeeren, von denen du mir erklärst, dass sie giftig seien. Du nimmst meine Hand und drückst sie fest und ich mag das Gefühl von Kontrolle und Hilflosigkeit, dass du in mir auslöst. Bald wird es Herbst und der Winter naht schon, um sein klirrendes Gewand um uns zu schwingen und ich frage mich nichts, denn ich weiß, dass du mich nicht wärmen wirst. Noch einmal die müden Lippen öffnen, noch einmal die mürbe Haut küssen, noch einmal die drei Worte sagen, noch einmal das Licht löschen und einem Zauber nachtasten, den es nie zwischen uns gegeben hat. "Noch nicht" sage ich im Stillen zu mir und es fühlt sich an wie das Amen im Gebet. Es ist der Schlussteil, der in mir kauert, die Tatsache des Hierseins und nicht dort, wo es vielleicht besser sein könnte. Aber wir fragen nicht. Und wozu reden, wenn es nichts zu sagen gibt, das man mit Wörtern beschreiben könnte? Du legst deinen Arm um mich und ich sacke ein wenig unter dem Druck zusammen, ich fühle mich schwer unter deiner Last und behütet wie ein Kind. Mein Herz liegt in deinen Armen, auch wenn es dir nie gehört hat; wenn du sie um mich schlingst, werde ich in deinen Sog geschluckt, bin die Fliege in deinem Netz, bloß zapple ich nicht, weil ich nicht entkommen kann. Du ruhst dich darin aus, hast ein Zuhause, ich bin bei dir, warm gehalten, noch - aber heimatlos. Dein Arm lastet auf meiner Schulter; zäher, warmer Blei. Du beschützt mich und tust mir weh. Die Tage werden kürzer. Es wird Winter. Ich sterbe. Du spürst es nicht.
21.11.07 18:56







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